Blutmond

#WritingFriday Woche 42

Auch heute nehme ich wieder am #WritingFriday von Elizzy teil. Mir gefallen die Aufgaben von diesem Monat auch einfach zu gut. Schön gruselig. Hier könnt ihr übrigens noch einmal alle Aufgaben und auch die Regeln nachlesen.

#WritingFriday Woche 42: Blutmond
Quelle: Read Books and fall in Love

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: erdrosselt, vergraben, blutig, Schrei, Blutmond

Blutmond

Schwer und unheilverkündend hing der Mond über der Erde. Durch das rötliche Licht wirkte gleich alles noch viel unheimlicher und mysteriöser, als es in einer normalen Vollmondnacht der Fall gewesen wäre. Aber nein, es musste ja Blutmond sein. Und es war auch nicht nur irgendeine Blutmond- Nacht, nein, überdies war Samhain. In dieser Nacht wagten sich normalerweise die Sterblichen so spät nicht mehr raus und auch die Kinder, die früher am Abend noch von Tür zu Tür gezogen waren, waren längst mit ihren Eltern zu Hause. Nur Kira war scheinbar die Einzige, die noch draußen unterwegs war. Aber Kira war auch keine gewöhnliche Sterbliche, Kira war eine Hexe, allerdings nicht nur, sie war auch eine Vampirin. Allerdings war sie derzeit nicht auf Nahrungssuche, vielmehr suchte sie ein Opfer für ein Ritual. Blöd war nur, dass sie ein menschliches Opfer brauchte und hier in den Dörfern rings um die Stadt keine Menschen mehr unterwegs waren und Gesindel wie Dealer, Prostituierte oder andere Kriminelle würde sie auch hier kaum finden. Da würde sie wohl noch ein wenig laufen müssen. Sie beschloss, doch eine kurze Strecke fliegend zurückzulegen und vor der Stadt wieder zu landen, dann würde sie nicht ganz so arg auffallen. Nicht, dass sie das nicht ohnehin schon tat mit ihrer engen schwarzen Kleidung und dem schwarzen Haar mit den roten Strähnen darin sowie ihren Messern, die sie in einer Scheide an einem Gürtel hängen hatte, aber provozieren oder die Menschen gleich in die Flucht treiben, das wollte sie dann doch nicht. Schließlich brauchte sie ein Opfer für das Ritual ihres Zirkels – und das lebend.

Endlich erreichte sie die Randbezirke der Stadt. Kira beschloss zu landen, denn hier, so nahe an der großen Stadt, waren die Leute unvorsichtiger als auf dem Land. Vielleicht hatte sie ja Glück und fand bald ein geeignetes Opfer. Und so war es dann auch: Als sie um die nächste Straßenecke bog, sah sie ihn bereits: einen Mann, groß und breitschultrig. Sie selbst war zwar groß aber sehr schlank. Jedoch konnte sie es dank ihrer Kraft, Schnelligkeit und Wendigkeit mit jedem aufnehmen. Das war auch der Grund, weshalb man sie mit der Beschaffung des Opfers beauftragt hatte. Dadurch, dass sie zusätzlich zu ihren Hexenkräften auch noch über Vampirkräfte verfügte, war sie praktisch für das Jagen prädestiniert. Ganz leise schlich sie sich von hinten an ihr Opfer an, das Tuch mit der Tinktur zum Betäuben schon griffbereit. Blitzartig überwältige sie, betäubte ihn und zog ihn dann in die Dunkelheit hinter den Mülltonnen einer Metzgerei. Dort packte Kira ihr Opfer fester unter die Arme und teleportierte sie beide auf eine Lichtung im nahen Wald, wo bereits ihr Zirkel wartete. Die anderen Mitglieder hatten derzeit alles am Galgenbaum vorbereitet. „Alles verlief reibungslos und nach Plan,“ berichtete Kira, als sie ankam, „wir können dann eigentlich auch anfangen.“ Alle Mitglieder stellten sich im Kreis um den alten Galgenbaum, nur Kira stellte sich mit ihrem Opfer an den Baum, zu dem Ast, an dem schon ein Seil aufgeknöpft war. Sie zog das Seil tiefer und legte die Schlinge um seinen Kopf, dann weckte sie ihn. Als er wach wurde, merkte er, in welcher Situation er steckte und wollte erst noch etwas sagen: „Warum…,“ setzte er an, kam jedoch nicht weiter, denn Kira begann ganz langsam die Schlinge zuzuziehen und sein Schrei verhallte ungehört in jener unheilvollen Blutmondnacht. Kira zog so lange, bis ein blutiges Rinnsal aus Mund und Nase lief, erst da ließ sie ab, denn ihre Pflicht war getan, das Ritual konnte vollzogen werden. Nach dem Ritual würden alle Mitglieder des Zirkels die Überreste gemeinsam vergraben.

Erst einige Wochen später fanden Feldarbeiter beim Umpflügen des nahen Feldes die erdrosselten Überreste des Mannes.

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